
Es kann eine schwierige Aufgabe sein, ein Standbild zum Leben zu erwecken, insbesondere wenn Sie nicht die volle Funktionalität Ihrer Kamera kennen. Wenn Sie zum ersten Mal Fotografie lernen, wird es schnell zur Selbstverständlichkeit, alles perfekt im Fokus zu halten, sodass Sie nicht sofort wissen, wie, warum und wann Sie Bewegungsunschärfe in Ihre Bilder einfügen müssen. Bevor Sie jedoch Bewegungsunschärfe einführen, sollten Sie zunächst lernen, was es ist und wie es zu tun ist.

Was ist Bewegungsunschärfe?
In erster Linie unterscheidet sich Bewegungsunschärfe stark von einem verschwommenen Bild. Wenn Sie die Kamera schütteln oder sich Ihr Motiv beim Öffnen des Verschlusses nach rechts bewegt, entsteht ein unscharfes Bild, jedoch nicht unbedingt eine Bewegungsunschärfe.
Bewegungsunschärfe ist, wenn Sie absichtlich einen Aspekt der Bewegung für Ihr Motiv erstellen, der Rest des Fotos jedoch scharfgestellt ist. Dies ist ein wirklich wichtiges Element, das den Unterschied zwischen Bewegungsunschärfe und nur einem unscharfen Bild ausmacht. Ohne dass ein Teil Ihres Fotos scharf ist, werden Vordergrund und Hintergrund miteinander verschmelzen und das Foto funktioniert nicht.
Bewegungsunschärfe sollte auch mit etwas geschehen, von dem der Betrachter natürlich annimmt, dass es sich bewegt, wie ein Auto oder eine rennende Person. Das Hinzufügen von Bewegungsunschärfe zu etwas, das normalerweise stationär ist, wie einem Buch oder einem Salzstreuer, der auf einem Tisch liegt, erscheint unangenehm. Obwohl es eine interessante Idee ist, einen Salzstreuer mit Lichtgeschwindigkeit bewegen zu sehen, ergibt dies für den Betrachter keinen Sinn.
Nachdem wir die Grundlagen verstanden haben, sind hier drei Gründe, warum Sie Bewegungsunschärfe in Ihre Fotografie einführen sollten.

1. Es erzählt eine Geschichte
Bei korrekter Ausführung verbessert Bewegungsunschärfe die Storytelling-Fähigkeit eines Fotos.
Stellen Sie sich vor, Sie schießen auf einer Pferderennbahn. Sie stehen in einem Winkel nahe der Ziellinie und wenn die beiden Läufer an Ihnen vorbeikommen, komponieren Sie Ihren Schuss mit ihnen sowohl im Rahmen als auch mit der Ziellinie im Hintergrund.
Wenn Sie Bewegungsunschärfe korrekt in Ihr Foto einfügen, erhalten Sie eine fantastische Aufnahme der beiden Läufer in Bewegung, die leicht verschwommen sind, als ob sie trotz zeitlich eingefrorener Zeit noch laufen. Die Ziellinie kann zusammen mit den Zuschauern sogar im Fokus stehen.
Dies bringt den Betrachter in die Aufnahme, als ob er direkt neben Ihnen steht, um das Rennen zu Ende zu sehen. Es erzählt die Geschichte von dem, was Sie an diesem Tag gesehen haben.
Bei falscher Ausführung erhalten Sie nur ein unscharfes Foto von zwei Blobs, die auf einen anderen Blob zulaufen. Die Elemente auf dem Foto werden miteinander verschmolzen und Sie werden kaum verstehen können, was überhaupt passiert.

2. Es fügt Ihrer Fotografie Action hinzu
Ein weiterer wichtiger Grund für das Hinzufügen von Bewegungsunschärfe zu Ihren Fotos besteht darin, ein Gefühl von „Aktion“ oder „Bewegung“ zu vermitteln. Dadurch können Ihre Fotos viel dynamischer erscheinen.
Stellen Sie sich zum Beispiel ein Dirtbike vor, das am Rande eines Berges brüllt. Stellen Sie sich vor, Sie sehen das verschwommene Dirtbike auf dem Weg rasen, während der Berg selbst perfekt fokussiert ist. Es sieht fast so aus, als würde das Dirtbike durch das gefrorene Bild rasen oder Sie sind anwesend, um den Moment selbst mitzuerleben.
Oder stellen Sie sich zum Beispiel einen Tänzer vor. Wenn Sie Bewegungsunschärfe einführen, können Sie dem Betrachter die Bewegung anzeigen, die gerade stattfindet. Es kann sein, dass er oder sie sich dreht, ihre Arme bewegt oder sogar springt. Wenn Sie die richtige Menge an Bewegungsunschärfe haben, kann der Tänzer auf Ihrem Foto zum Leben erweckt werden.
Sie müssen eine längere Verschlusszeit als normalerweise auswählen, damit dies ordnungsgemäß funktioniert. Die genauen Einstellungen hängen von der Geschwindigkeit ab, mit der sich Ihr Motiv bewegt. Für das obige Fahrradbeispiel benötigen Sie keinen so langsamen Verschluss wie für jemanden, der zum Beispiel läuft.

3. Es kann einen wunderbaren Effekt erzeugen
Wenn Sie Ihre Kamera bei dunklen Lichtverhältnissen aufstellen und eine lange Verschlusszeit einstellen, um eine längere Belichtung zu erzielen, können Sie Streifenlichter erstellen, die nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern auch fantastisch aussehen.
Zunächst müssen Sie sicherstellen, dass Sie ein stabiles Stativ haben. Ohne sie erhalten Sie nichts anderes als ein vollständig unscharfes Bild, es sei denn, Sie erhöhen Ihre ISO lächerlich hoch. Das Problem dabei ist die Menge an unerwünschtem Rauschen, die Sie auf Ihrem Foto haben werden. Wenn Sie also das bestmögliche Foto wünschen, verwenden Sie ein Stativ.
Die Langzeitbelichtung bedeutet, dass alle Fahrzeuge, die vorbeifahren, einen Streifenlichteffekt erzeugen, oder die Sterne darüber streifen über den Rahmen, wenn sich die Erde dreht.
Der Versuch, dies tagsüber zu versuchen, funktioniert nur, wenn Sie einen Filter mit neutraler Dichte wie einen kleinen oder großen Lee-Stopper verwenden. Ohne Filter erhalten Sie nur ein vollständig ausgeblasenes (weißes) Bild. Selbst wenn Sie es zum Laufen bringen, hat es nicht die gleiche Wirkung wie wenn es dunkler ist.

Es ist nicht sehr schwierig, den Dreh raus zu bekommen. Aber um es gut zu machen, muss man üben. Experimentieren Sie also ein wenig, wenn Sie Bewegungsunschärfe in Ihre Fotografie einbringen, und berücksichtigen Sie diese Gründe, um Sie bei Ihren Versuchen voranzutreiben! Mit der Erfahrung lernen Sie, wie und wann Sie Bewegungsunschärfe am besten in Ihre Fotografie einbringen können.